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Ringer holen DM-Gold und Bronze, Moritz Langer für EM nominiert

Bei den Deutschen Meisterschaften der A-Jugend sicherte sich Moritz Langer endlich seinen ersten Titel im Freistil. Bronze ging an Fabian Wiesemann im griechisch-römischen Stil. Sein Bruder Florian wurde Vierter. Insgesamt waren sechs Athleten des PSV Rostock bei den diesjährigen A- und B-Jugendmeisterschaften am Start. Hier die Ergebnisse im Einzelnen:

Moritz Langer:

Moritz trainiert am Olympiastützpunkt in Leipzig. Er trat im freien Ringkampf in der Klasse bis 48 kg an. Es ging hier aber um mehr als den nationalen Titel. Die DM sollte das letzte Kriterium für die Nominierung bei der EM im Mai in Kiew sein. Sein Kontrahent um diese Nominierung, Julien Zinser aus Schifferstadt, ging in der Vorrunde im anderen Pool an den Start. Erwartungsgemäß setzten sich beide Favoriten in der Vorrunde durch, so dass es dann zur Finalpaarung zwischen diesen beiden kommen sollte. Zinser hatte in der Vorrunde alle Duelle klar durch technische Überlegenheit gewonnen, ohne einen Punkt abzugeben. Moritz gewann in der Vorrunde vier Mal, davon drei Punktsiege und eine techn. Überlegenheit.

Leider kam es aber nicht zum Finalduell, weil Zinser sich völlig unerwartet verletzt abmelden musste. So kam Moritz kampflos zu seinem ersten Gold bei einer DM.

Moritz begann im Alter von fünf Jahren beim PSV mit dem Ringen. Er arbeitete seit seinem ersten Start bei einer DM 2014 auf diesen Titel hin, den er sich nun endlich verdient holte. 2016 holte er Silber. Die EM findet Mitte Mai in Skopje statt. Wir Küstenringer hoffen, dass er für seine harte Arbeit belohnt wird und wir dort unseren ersten Nachwuchsmann sehen werden.

Hier der Weg zum Gold in Kürze:

Moritz Langer – Milan Altenburg (TSG Halle-Neustadt) 6:0 PS
Alexander Baum (KSC Motor Jena) – Moritz Langer 0:16 TÜS
Moritz Langer – Michael Warmedinger (TSV St. Wolfgang) 6:1 PS
Dario Dittrich (KSV Gottmadingen) – Moritz Langer 8:13 PS
Moritz Langer – Julien Zinser (VFK Schifferstadt) Aufgabesieg

Fabian Wiesemann/ Florian Wiesemann

Durch ein Wechselbad der Gefühle schickten die Zwillinge sich selbst und ihre Trainer. Sie starteten ebenfalls bis 48 kg, allerdings im griechisch-römischen Ringkampf und holten etwas überraschend den Dritten (Fabian) und Vierten (Florian) Platz.

Zunächst hatten beide das Los so gezogen, dass sie in der Vorrunde nicht aueinander treffen konnten.Allerdings hatten beide in ihrer Gruppe einen Vorjahresfinalisten und damit je einen Favoriten in der Gruppe.

Man muss wirklich sagen, dass beide über sich hinaus wuchsen und ein „Riesenturnier“ gerungen haben. Sie waren nicht nur auf den Punkt fit, sondern haben sich vor allem durch ihre kämpferische Einstellung den Einzug ins kleine Finale redlich verdient. Das gilt besonders für Florian, der ein besonderes Kunststück fertig brachte. Er lag im Kampf gegen Jan Krempin aus Neuss in Führung und gab diese 10 Sekunden vor dem Ende durch eine Unachtsamkeit aus der Hand. Die erfolgsverwöhnten Neusser (fünf Finalisten, drei Titel) mussten dann aber erleben, dass Florian seinen Gegner in den verbleibenden Sekunden durch einen Hüftwurf schulterte. Dieses Kunststück gelang ihm bereits im vergangenen Jahr. Dort bestätigte der Hauptkampfrichter allerdings den Sieg nicht. Dieses Mal wurde er für seinen Kampfgeist belohnt und sicherte so unter großem Jubel den Einzug ins kleine Finale.

Gegen die beiden Favoriten und Finalteilnehmer (DM-Erster und Zweiter des Vorjahres) waren Fabian und Florian allerdings chancenlos – das muss man anerkennen. Fabian ließ im letzten Kampf der Vorrunde keinen Zweifel aufkommen, dass er um die Medaille ringen will. Seinen Gegner aus Württemberg dominierte er ganz klar mit seiner Armklammer und blitzschnellen Hüftangriffen. Am Ende konnte er ihn sogar schultern.

So kam es, dass die Zwillinge im kleinen Finale die Bronzemedaille ausringen mussten. Sie kennen dieses Gefühl zwar aus früheren Wettkämpfen, aber bei einer DM ist das natürlich sehr schwer – auch für die Trainer. Hier setzte sich Fabian mit 14:0 durch. Er musste allerdings eine Schrecksekunde überstehen, bei der Florian im Boden schon seinen Spezialgriff, den Nackenhebel, angesetzt hatte. Allerdings wurde die Situation abgepfiffen, bevor er diesen durchziehen konnte. Sonst hätte dieser Kampf auch gut andersherum enden können.

Für den PSV ist dies die erste Medaille im griechisch-römischen Stil im Nachwuchsbereich seit 1996 (damals durch Patrick Brag)

Die Kämpfe der beiden:

Aaron Pfaff (SV Triberg) – Fabian Wiesemann 2:9 PS
Fabian Wiesemann – Jonas Lenz (SV Untergriesbach) 0:16 TÜN
Fabian Wiesemann – David Schneider (SV Ebersbach) Schultersieg
Fabian Wiesemann – Florian Wiesemann 14:0 PS

Nick Naumann (TUS Adelhausen) – Florian Wiesemann Schultersieg
Florian Wiesemann – Yannick Mades (SVG Nieder-Liebersbach) 8:2 PS
Jan Krempin (KSK Konkordia Neuss) – Florian Wiesemann Schultersieg
Paul Tschersich (ASV Plauen) – Florian Wiesemann 15:0 TÜN
Fabian Wiesemann – Florian Wiesemann 14:0 PN

Daniel Gielow

Daniel ging bis 60 kg an den Start. 24 hochkarätige Teilnehmer rangen hier um die Medaillen. Mit viel Trainingsfleiß hatte er sich das ganze Jahr an der Sportschule Frankfurt/Oder bei Trainer Heinz Thiel vorbereitet.

Ein wenig Losglück hätte ihm hier einen guten Start bescheren können. Er traf aber gleich im ersten Kampf auf den amtierenden Deutschen Meister, Deni Nakaev aus Neuss. Gegen ihn startete Daniel zwar gut, aber nachdem er die Fassart nicht mehr bestimmen konnte, gab er Punkt um Punkt ab und musste anerkennen, dass es noch nicht ganz gereicht hat.

Im zweiten Kampf lief es viel besser. Auch der Mut, den Gegner wirklich zu beherrschen, war nun viel ausgeprägter. Es kam leider zu einer langen Unterbrechung, weil es einen Zusammenprall gab und eine Blutung an Daniels Nase nicht sofort gestoppt werden konnte. Letztlich musste ein Tape her und die Nase verbunden werden. Nachdem die Führung immer knapp wechselte, konnte sein Gegner aus Südbaden die entscheidende Wertung machen und gewann nach Punkten. Leider war damit das diesjährige Abenteuer DM für Daniel aus. Er wird im nächsten Jahr einen neuen Anlauf nehmen. Wir drücken weiter fest die Daumen und hoffen dann auch für Daniel auf eine Medaillenchance.

Deni Nakaev (KSK Konkordia Neuss) – Daniel Gielow 16:0 TÜN
Mike Köln (RG Lahr) – Daniel Gielow 10:8 PN

Titelbild: Marion Stein

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